


Internet: Arzt-Patienten-Beziehung
Die Anzahl der Bürger, die sich bei Gesundheitsproblemen im Internet informieren, bevor sie einen Arztbesuch wahrnehmen, steigt weiter und beeinflusst die Arzt-Patienten-Beziehung überwiegend positiv. Das ergibt sich aus einer von der EU geförderten Studie über „eHealth Trends“, an der der Lehrstuhl für Medizinische Informatik der Universität Erlangen-Nürnberg beteiligt war.Einfluss der Internetnutzung auf Gesundheit und Arzt-Patienten-Beziehung
Als Chancen der steigenden Nutzung des Internets bei Gesundheitsfragen erkennen die Autoren der Studie über eHealth Trends u.a.:
- einen besseren Wissensstand von Patienten, der auch zu einem besseren Therapieerfolg und einer effizienteren Nutzung von Versorgungseinrichtungen führen kann
- Ansatzpunkte zu einer besseren Kooperation von Arzt und Patient aufgrund der nun von Patienten besser erkennbaren gemeinsamen Verantwortung für die Behandlung
- eine sinnvollere Nutzung der Gesprächszeit in der Arztpraxis, da der Patient nun elementare Kenntnisse über Krankheitsursachen, Symptome, Prävention und Therapie hat und man sich stärker den Besonderheiten der jeweiligen Krankheit zuwenden kann
- mehr Chancen für eine gemeinsame Entscheidungsfindung (Shared Decision Making)
- bessere Voraussetzung zur nachträglichen Vertiefung der vom Arzt vermittelten Informationen
- Möglichkeiten des Erfahrungsaustauschs von Patienten mit der gleichen Erkrankung untereinander
Gleichzeitig werden auch Risiken benannt:
- Falschinformationen und Halbwahrheiten, die durch die Unübersichtlichkeit der Internet-Websites und kommerzielle Interessen verursacht werden und so entweder Ängste bei Patienten hervorrufen oder auch unrealistische Hoffnungen
- eine Verschärfung der sozialen Ungleichheit, da die Zugangsmöglichkeiten zum Internet und die intellektuellen Voraussetzungen der Nutzung sich bei älteren, schlechter gebildeten und ärmeren Bevölkerungsgruppen deutlich seltener finden
- eine Verursachung unnötiger Arztbesuche aufgrund von aufgebauschten Informationen über Risiken oder auch unnötige Auseinandersetzungen mit dem Arzt aufgrund von Sensationsmeldungen über Heilerfolge.
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